Das Wetter in Hettenleidelheim

Übersichtskarte

Auszug aus dem Buch "Unterwegs im Leiningerland" von Dr Josef Rüttger und Wolfgang M. Schmitt. © Artcolor Verlag Hamm
 
 

Mit freundlicher Genehmigung des Artcolor Verlages,
sowie des Autors Dr Josef Rüttger


Hettenleidelheim

260 m über NN ca. 3200 Einwohner
Freibad mit Liegewiese, Festhalle.
Sehenswert: Das Heimatmuseum Archiv Karl Blum präsentiert neben anderem besonders die Geschichte des Tonbergbausdieser Gegend.

 Besuchenswert

Hettenleidelheim, eine ehemalige Doppelgemeinde (Hettenheim und Leidelheim) hat von der Ton- und Klebsandgewinnung ebenso profitiert, wie die Stadt Eisenberg, die heute zum Donnersbergkreis gehört. Im gleichen Maße musste sie aber auch den Niedergang dieser Industrie hinnehmen. Der Tonbergbau begann in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, weitete sich um 1830 aus, verstärkte sich danach und blühte im Industriezeitalter ab 1870 gewaltig auf. Um 1890 gab es im Hettenleidelheimer Grubenrevier an die 130 Tage und Tiefbaugruben. Durch fortschreitende bergbautechnische Abbau- und Fördermethoden wurde die Leistungskapazität vervielfacht. Förderten hier um das Jahr 1900 rund 100 Gruben etwa 70000 Tonnen Rohton, brachten 1965 nur 28 Gruben 400000 Tonnen ans Tageslicht. Heute ist die Landschaft zwischen Hettenleidelheim und Eisenberg, die "Erdekaut", beiderseits der B47, eine "Industrieruine", die jedoch mit ihren zahlreichen Biotopen und der die Industriereste überwindenden Natur reizvolle Gegensätze präsentiert und sich - auch mit Hilfe einer sie schützenden Rechtsverordnung - zu einer neuen Erholungslandschaft entwickelt. Das Heimatmuseum in Hettenleidelheim und das Besucherbergwerk in Eisenberg erinnern höchst eindrucksvoll an die ehemaligen Blütenzeiten und machen mit der Geschichte des hiesigen Bergbaus bekannt.
Die beiden Ortsteile gehörten einst zum Besitzstand des Klosters Ramsen und seit 1485 zum Fürstentum Worms, Hochstift Worms. Kirchlich wurde Hettenheim von Eisenberg, Leidelheim von Wattenheim verwaltet; beide zusammen ab 1624 durch die Pfarrei Neuleiningen. Die kommunalpolitische Vereinigung erfolgte 1556, wie ein Weistum belegt.
Die katholische Pfarrkirche St. Peter und St. Hubertus wurde 1720-24 als Barockbau erstellt und in den Jahren 1897/99 in neuromanischem Stil erweitert. Dadurch entstand ein kreuzförmiger Grundriss. Die Seitenaltäre sind barock und stammen aus der Erbauungszeit.
Die Lebensart der Bevölkerung Hettenleidelheims wurde auch dadurch geprägt, daß nicht nur etwa 1965 noch 800 Bergleute im "Revier" tätig waren, sondern daß vorher etwa 150 Jahre lang ein Drittel der Bevölkerung Waren jeglicher Art in allen Gebieten des Deutschen Reiches feilbot, also ambulantes Gewerbe betrieb. Möglicherweise hat letzteres dazu geführt, daß hier ein schon 1904 gegründeter Karnevalsverein, "Feuerio", mit immer größerem Erfolg Hettenleidelheim zu einer Fastnachtshochburg werden ließ.

Vereine und Verbände in Hettenleidelheim
Ludger Becker

Ludger@ljbecker.de
Hettenleidelheim Germany